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Archiv für Dezember, 2000

gib, was du verheissen…

so sprach der herr vor jahren,
und seine kinder ahnten,
das seine worte lehren sind,
doch verstanden sie es nicht

gewandert waren sie einst,
durch täler und über berge,
auch meere gaben keinen halt,
bis sie angekommen waren

sie mit die ältesten sind,
und doch so oft ungestüm,
sie haben sich genommen,
was andere geschaffen haben

durch all die jahrhunderte,
verfolgt und oft geächtet,
des lebensmut meist beraubt,
sich aber doch durchkämpften

ein geheisstes land sich nahmen,
und trotz ihrer eignen geschichte,
anderen damit böse schadeten,
heute sie sich selbst begraben

wo sind des gottes kinder,
die einander sich stets achten,
die anderen zu teil werden lassen
was der herr einst allen schenkt´

hört nie auf dieses gemetzel,
was einander nur tief verletzt,
hört nie auf dieser wahnsinn,
der selbst kinder den atem nimmt

oh herr, wenn es dich gibt,
zeig uns allen den rechten weg,
gib uns das was du verheisset,
gib uns den segen des friedens

© 2000 by manfred loell

Geschrieben von admin am Sonntag 31. Dezember 2000

ode an mich selbst…

ich bin ein freches geschöpf auf erden,
ich kann auch sagen, der engels gleichen,
ich bin oft jedoch allzu leicht charmant,
das muss ich meiner mutter mal sagen,
ich bin poetisch da gibt´s kein zweifel,
es ist schön sich selbst zu schmeicheln,
ich bin chaotisch rein von der natur,
hab von geduld überhaupt keine spur,
bin egozentrisch, das wollt ich sagen,
bin egoistisch schon von gottes gnaden,
ich bin ein mann, das merkt man gleich,
halt unromantisch von kopf bis zum bein,
ich bin ungehobelt und doch sehr sanft,
bin liebenswert und doch ohne verstand,
ich hab mich einfach selber mehr als lieb,
und doch lebe ich und das sehr zufrieden

© 2000 by manfred loell

Geschrieben von admin am Sonntag 31. Dezember 2000

drum weinet nicht…

drum weinet nicht, wenn ich verblichen,
wenn ich gegangen, von euch allen bin,
es ist mein eigener offener herzenswunsch,
so wie ich gelebt, so will ich nun auch gehn,
drum weinet nicht um mich und feiert bitte,
so wie ich es tat, in meinem kurzen leben

© 2000 by manfred loell

Geschrieben von admin am Sonntag 31. Dezember 2000

zweifel…

zweifel sind nicht angebracht,
wer zweifelt stets auch verliert,
sei sicher dir und deiner selbst,
du kannst vieles vollbringen,
wenn du dir nur eine frage,
sei es nur in gedanken, stellst,
es überlegst und wieder verwirfst,
so zweifelst du selbst an dir
und deiner eigenen erkenntnis,
aber eines sei dir stets bewusst,
auf dauer man lernen muss…

© 2000 by manfred loell

Geschrieben von admin am Samstag 30. Dezember 2000

eifersucht…

ich war ihr blind ergeben,
gehorsam wie ein kind
einfach so sehr unreif,
wie die junge apfelsine,
die erst eine woche hing

ich war ihr stets hörig,
selbst nach der erkenntnis,
welche ich als bald fand,
wie der priester im tempel,
der täglich gebetet hat

ich war ihr simples werkzeug,
halt ohne jeglichen verstand,
sogar als ich erkannte,
was sie für mich empfand,
war ich zu nichts im stande

böse hatte es mich erwischt,
gar freunden wich ich aus,
erst als alles verloren war,
sie endlich von mir ging,
es war die falsche freundin

© 2000 by manfred loell

Geschrieben von admin am Samstag 30. Dezember 2000